2. April 2026

UNSICHERHEIT WÄCHST

2026 wird zum Härtetest für das Fundraising

Der Krieg im Nahen Osten wird auch spürbare Belastungen für die Venture Capital-Fonds in Europa und Deutschland nach sich ziehen, zumal viele Staatsfonds und institutionelle Geldgeber in der Region beheimatet sind. Generell wird einigen Geldgebern weltweit der Risikoappetit zunächst einmal vergehen. Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen durch die Künstliche Intelligenz (KI) und konjunkturelle Risiken. Dieser Mix bedeutet letztlich einen echten Härtetest für die Venture Capital-Branche !”!# mit Blick auf das Fundraising. Trotzdem sehen nicht alle Wagnisfinanzierer nur schwarz.

Exklusive Zahlen des Analysehauses Preqin zeigen, dass das Fundraising kein Selbstläufer mehr ist. So sammelten acht in der DACH-Region beheimatete Venture Capital-Fonds im vierten Quartal 2025 insgesamt 0,5 Mrd. EUR ein. Zum Vergleich: In der Boom-Zeit im vierten Quartal 2021 konnten hier 18 Fonds noch 0,8 Mrd. EUR einwerben. In Europa waren es 4 Mrd. gegenüber 8,3 Mrd. EUR in der Vergleichszeit 2021. Der „EIF Equity Survey“ für das zweite Halbjahr 2025 zeigt, dass nahezu ein Viertel der deutschen Venture Capital- Fondsmanager das Fundraising für ihren nächsten Fonds als größte aktuelle Herausforderung einschätzt. Im europäischen Vergleich liegt dieser Wert sogar noch höher: Ein Drittel der Fondsmanager betrachtet hier das Fundraising als zentrale Hürde. Trotz dieser Schwierigkeiten herrschte unter den Marktteilnehmern eine verhalten optimistische Grundstimmung. Erste Daten von Anfang 2026 (ließen sogar auf einen möglichen Wendepunkt schließen, berichtet Dr. Markus Schillo, Vertreter des Europäischen Investitionsfonds (EIF) in Deutschland. Diese Entwicklung stehe jedoch unter dem Vorbehalt der jüngsten geopolitischen Ereignisse im Nahen Osten. „Die hierdurch ausgelösten Marktunsicherheiten gehen üblicherweise auch mit einer Zurückhaltung in der Venture Capital-Allokation von institutionellen Investoren einher – und wir erwarten daher leider einen anhaltend negativen Einfluss auf das Fundraising-Umfeld. Die nächsten Wochen werden hier mehr zeigen“, sagt Schillo. „Ich höre von vielen Fondsmanagern, dass es schwieriger geworden ist. Die Zinslage ist anders als zu Hochzeiten. Die deutsche Wirtschaft kämpft mit Bürokratie, hohen Energiepreisen im internationalen Wettbewerb; deutsche Kernindustrien wie der Automobilbau schlingern und lassen auch den Mittelstand trudeln)– all das führt nicht zu einer höheren Neigung, sich zehn oder zwölf Jahre an einen Venture Capital-Fonds zu binden“, sagt Alexander Kölpin, Mitgründer und Geschäftsführer bei seed + speed. Trotzdem würden neue Fondsgenerationen finanziert – Venture Capital-Fonds ermöglichten es den Start-ups, unsere digitale Zukunft zu bauen. „Wo die Zukunft gestaltet wird, kann man auch Geld verdienen. So würde ich die optimistische Sicht zusammenfassen“, ergänzt Kölpin.

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